Institut für Ethno-Musik-Therapie

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Hand und Oud


  Anforderungsprofil an Studierende

An der Ausbildung zur Altorientalischen Musiktherapie interessierte Personen bedürfen eines hohen Maßes an Flexibilität, Pioniergeist, Motivation, Fleiß, künstlerischem Interesse und Begabung, Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Integrationsfähigkeit.
Da die einzelnen Studiengruppen klein konzipiert sind, ist ein hohes Maß an individueller Betreuung durch die Lehrkräfte gewährleistet.

Ad. Flexibilität
Von den Studierenden wird Flexibilität hinsichtlich Zeit- und Ortsmanagement vorausgesetzt. Dies begründet sich in unserem Ansinnen, den Studierenden immer wieder ausbildungsrelevante Erfahrungsmöglichkeiten anzubieten, die im Voraus nicht detailliert planbar sind. (Z.B. Kongresse und Tagungen, Vorträge von Kolleginnen, Exkursionen zu historischen Wirkstätten der Altorientalischen Musiktherapie, etc.)
Wir suchen dabei jedoch immer den Konsens mit den Studierenden.

Ad. Pioniergeist
Die Altorientalische Musiktherapie hat sich in den vergangenen Jahren gut etablieren können. Dennoch können Absolventinnen des Lehrgangs nicht davon ausgehen, daß die Altorientalische Musiktherapie in Kliniken und öffentlichen Therapieeinrichtungen bereits allgemein bekannt ist. Um sich deutlich von esoterischen Heilslehren und -erwartungen abzugrenzen, wird im Rahmen der Ausbildung großer Wert auf eine theoretische und praktisch - therapeutische Fundierung gelegt. Realistisch betrachtet befindet sich der Implementierungsprozeß der Altorientalischen Musiktherapie noch in einer Phase, in der jeder Absolvent die Rezeption und Akzeptanz dieser Therapieform entscheidend mitprägt.

Ad. Motivation & Fleiß
Die sich aus dem Erlernen der unterschiedlichen therapeutischen Techniken ergebenden Anforderungen setzen von den Studentinnen ein doch hohes Maß an Motivation und Fleiß voraus. Erkenntnisse aus Lehrgängen und Forschungen finden ihre unmittelbare Umsetzung in den Lehrplänen. Trotz hoher zeitlicher Anforderung kann der Lehrgang berufsbegleitend absolviert werden. Allerdings ist hohes Maß an Eigeninitiative notwendig, um den umfangreichen Lehrstoff bewältigen zu können.

Ad. Künstlerisches Interesse und Begabung
Das Erlernen der orientalischen Instrumente, Tonsysteme, Rhythmen sowie anderer orientalischer Künste wie Ebru ("schwimmende Bilder" - traditionelle Farbtunktechnik), schult die Kreativität und das ästhetische Empfinden der Studenten. Deshalb ist ein vielfältiges Interesse an künstlerischer Betätigung ebenso Voraussetzung wie Geduld und regelmäßiges Üben.

Ad. kulturelle Offenheit und Integrationsfähigkeit.
Altorientalische Musiktherapie ist eine sich ethnologisch begründende, "fremde" Kulturtechnik, die sich nicht 1:1 ausdem ursprünglichen Kulturraum in den Europäischen übertragen läßt. Die theoretische Auseinandersetzung mit historischen Texten zur Musiktherapie und modernen musiktherapeutischen Konzepten sowie die konkrete klinische Umsetzung der Lehrinhalte unter Supervision ermöglicht den Studierenden die notwendige kulturelle Transferleistung. Lehrinhalte




  Studentische Sicht

EINBLICKE IN DAS STUDIUM DER ALTORIENTALISCHEN MUSIKTHERAPIE

An dieser Stelle wollen wir Studentinnen der Ausbildungsgruppe (2002 - 2007) unsere Sicht des Lehrganges darlegen.
Wir alle kommen aus unterschiedlichen Berufsfeldern. Diese verschiedenen Hintergründe ermöglichen unterschiedliche Sichtweisen, was für jeden einzelnen von uns eine große Bereicherung darstellt.
Die Anforderungen, die an uns StudentInnen gestellt werden, sind vielfältig. Besonders was die zeitliche und räumliche Flexibilität angeht, ist dieses Studium eine große Herausforderung, da sich die Ausbildung oft neben dem Beruf als sehr anstrengend und zeitaufwendig erweist.

Dennoch nimmt man dies gerne in Kauf, wenn man wieder bereichert von einem interessanten und abwechslungsreichen Seminarwochenende mit therapeutischer Selbsterfahrung, Musik-unterricht, Tanz, oder einer Menge an theoretischem Wissen heimkommt.
Durch das intensive Auseinandersetzen mit der eigenen Person in der Gruppe, erfährt man viel über sich selbst und über die anderen, wie tritt man in Kontakt mit den anderen, wie reagiert man in gewissen Situationen, wie reagieren die anderen, welches sind meine Stärken und wie gehe ich damit um, wenn ich an Grenzen stoße.

Dies erfordert einen starken Willen, immer an der persönlichen Entwicklung zu arbeiten. Von den LehrerInnen werden wir in diesem Prozess begleitet und unterstützt und es ist schön, bereits als StudentInnen diesen achtvollen und feinfühligen Umgang zu erfahren, mit dem wir dann als zukünftige TherapeutInnen unseren KlientInnen begegnen werden.
So erlernen wir die therapeutische Haltung sehr praxisnah, indem auf unsere Fragen und Probleme individuell eingegangen wird.

Was die musikalische Qualifikation betrifft, so erhalten wir eine fundierte Ausbildung an zwei Instrumenten: Oud (Laute) und Harfe (Ceng).
Während die Laute auf orientalische Weise und mit Lehrern aus diesem Kulturkreis unterrichtet wird, erlernen wir die Harfe in europäischer Weise. Gerade diese Bikulturalität und Kulturoffenheit ist eine Besonderheit, die es uns erleichtert eine kulturfremde Technik - nämlich die der Altorientalischen Musiktherapie - in den europäischen Kulturraum zu integrieren.

Weitere orientalische Instrumente (Dombra/2-saitiges Rhythmusinstrument, Rebab/Spießgeige, Ney/Bambusrohrflöte) können je nach eigenem Interesse zusätzlich erlernt werden.
So spielen wir neben klassischer Makammusik auch zentralasiatische Lieder, Sufimusik und Improvisation.

Nicht zuletzt durch Türkei-Studienreisen werden auch interkulturelle Begegnungen zur Routine.

In klinischen Praktika können wir unter Supervision Therapieerfahrungen sammeln und erhalten so einen guten Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsfelder. Die theoretischen Fächer ermöglichen es uns, über die eigenen Methoden zu reflektieren und diese in Beziehung zu anderen Schulen und Richtungen zu setzen.
Aber auch medizinische, psychologische, philosophische und wissenschaftstheoretische Grundlagen werden gelehrt.
Ist Offenheit für Neues und Fremdes vorhanden, so kann man aus diesem Studium sehr viel an persönlicher Entwicklung erfahren, was für ein qualitatives Arbeiten als zukünftige Musiktherapeutin von großer Wichtigkeit ist.
Während diesen drei Jahren, in denen wir nun schon diese Ausbildung machen, sind wir immer in unseren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen worden, was wir enorm schätzen.

Ingrid, Iris, Miryam

Interessanter Link: EAMTS - European Association of Music Therapy Students


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